Die folgenden kurzen Erläuterungen und die bereitgestellten Vorlagen und Checklisten zu den einzelnen Schritten sollen Ihnen dabei helfen, Ihre Unternehmensübergabe selbst in die Hand zu nehmen.

Die bereitgestellten Dokumente basieren auf dem Erfahrungsschatz von Olea und werden stetig weiterentwickelt. Wir hoffen, dass wir Ihnen schon bald Checklisten zu allen Übergabeschritten zur Verfügung stellen können.


Den Nachfolger kennenlernen

Im ersten Gespräch geht es darum einander kennenzulernen und zu überprüfen, ob Nachfolger und Unternehmen zueinander passen. Sie als Altunternehmer können sich ein persönliches Bild von Ihrem potentiellen Nachfolger machen und zum einen überprüfen, ob dieser die gewünschten Qualitäten vorweisen kann. Zum anderen sollten Sie Ihre Vision von der Zukunft Ihres Unternehmens mit der Ihres potentiellen Nachfolgers abgleichen und besprechen.


Vertraulichkeitsvereinbarung

Sind Sie sich mit Ihrem potentiellen Nachfolger im ersten Gespräch einig, dass eine Weiterführung des Verhandlungsprozesses sinnvoll ist, sollten Sie schnellstmöglich eine Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen. Damit Ihr Nachfolger sich ein klares Bild von der Situation Ihres Unternehmens machen kann, benötigt er umfassende und zum Teil sensible Daten. Durch eine Vertraulichkeitsvereinbarung sichern Sie sich ab, dass keine dieser Daten an Dritte weitergegeben werden.


Interessenbekundung–
Indication of Interest (IOI)

Die sogenannte Indication of Interest (IOI) ist ein nicht-bindender Brief, indem ein Käufer sein Interesse am Kauf Ihres Unternehmens bekundet. Die IOI sollte eine erste ungefähre Angabe zum Wert des Unternehmens enthalten und die generellen Übergabebedingungen umreißen.

Die IOI ist weder bindend noch verpflichtend. Sie kann als erster Brief verstanden werden, mit dem sich der Interessent auf den Kauf des Unternehmens bewirbt. Üblicherweise ist sie auf der Basis sehr beschränkter Informationen über das Unternehmen verfasst, da der Käufer zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zugang zu nicht-öffentlichen Unternehmensdaten hat.

Sollten mehrere Käufer am Erwerb Ihres Unternehmens interessiert sein, kann die IOI Ihnen als Geschäftsführer dabei helfen, diejenigen Käufer, die nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, auszusortieren. So sparen Sie Zeit und Ressourcen indem Sie sich ausschließlich auf Käufer konzentrieren, die Sie für glaubwürdig halten und denen Sie zutrauen über die nötige Expertise zu verfügen und Risiken und Chancen des Unternehmens richtig einschätzen zu können.

 

Checklisten und Vorlagen


Die wichtigsten Fragen für das erste Gespräch mit dem Nachfolger:

Eine Vorlage für den Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung:

Eine Checkliste mit den wichtigsten Inhalten der Interessenbekundung (IOI)


Weitere Checklisten und Vorlagen befinden sich noch in der Entwicklung.



Absichtserklärung–
Letter of Intent (LOI)

Der Letter of Intent (LOI) geht einen Schritt weiter als die IOI. Es handelt sich um die konkrete Absichtserklärung des Käufers Ihr Unternehmen zu kaufen. Sie enthält den final gebotenen Preis und die genaue Transaktionsstruktur.

Mit dem LOI versucht der Käufer sich Ihr Unternehmen für eine exklusive Periode zu sichern, in der alle wichtigen Due Diligence Prozesse durchgeführt werden können, bevor das Unternehmen erworben wird. Wenn Sie die Absichtserklärung annehmen und unterschreiben, verpflichten Sie sich als Verkäufer dazu, für einen genau festgelegten Zeitraum keine Gespräche mit anderen potentiellen Käufern mehr zu führen.

Die Formulierungen im LOI sind formeller und konkreter als noch in der IOI, jedoch– mit Ausnahme der Festlegung der Exklusivitätsperiode– ebenso noch nicht bindend.

Um einer erfolgreichen Transaktion nichts im Wege stehen zu lassen, sollten Sie vor Abschluss der Absichtserklärung sicherstellen, dass alle Umstände, die eine Transaktion verhindern könnten, geklärt sind. Spätestens bei der anschließend durchgeführten Due Diligence Prüfung wird der Käufer auf diese Probleme aufmerksam werden. Wenn Sie alle potenziellen "Deal-Breaker" bereits im Voraus angesprochen haben, können Sie also viel Zeit und Mühe sparen.


Due Diligence

Bei der Due Diligence ("gebührende Sorgfalt") werden alle relevanten Aspekte des geplanten Investments genau geprüft. Es wird eine systematische Analyse und Bewertung des Unternehmens mit seinen Werten, seinen Stärken und Schwächen und seinen Risiken und Chancen durchgeführt. Die Due Diligence geht tief in die Detailbereiche des Unternehmens und erfordert ein hohes fachliches Knowhow. Die folgende Checkliste kann Ihnen helfen einen Überblick zu gewinnen, was bei einer Due Diligence geprüft wird und welche Daten Sie bereithalten sollten.


Kaufvertrag

Der Kaufvertrag geht aus den Ergebnissen des LOI, der Due Diligence und der Unternehmensbewertung hervor. Hier sind alle Transaktionsbedingungen bindend und konkret ausformuliert. Neben dem Kaufpreis sind vor allem begleitende Regelungen über Gewährleistungen, Garantien, Freistellungen und die genaue Festlegung des Übertragungsstichtages von Bedeutung. Unsere Checkliste fasst die wichtigsten Inhalte eines Kaufvertrages für Sie zusammen.